RENAULT Club
HOLLYWOOD
Diesmal ging`s Anfang September mit dem Roadster-Cabrio
"Suncar Kamouh Renault" wieder einmal in die Alpen, um noch weitere schöne
Bergstrecken und Passstraßen zu erkunden. Per Computer haben
wir, ich, Werner Hautz als Fahrer und mein Freund Rolf Matheis, eine Strecke
vorgeplant, die eigentlich alles in sich hat, was den Puls eines Oldiefreaks
und auch Freund der Bergwelt höher schlagen lässt. Devise
wie immer: Möglichst Autobahnen meiden!

Unser alter immer auf Hochglanz befindlicher Roadster ist gut vorbereitet und mit einem funkelnagelneuen wasserdichten Verdeck versehen, was sich später auch noch als äußerst rentierlich beweisen sollte. Zwei Reisetaschen, voll gepackt mit allerlei Nützlichem, und zusätzlich zwei kleine Hartschalenkoffer auf dem Heckgepäckträger mit allem drin, was der "Oben Ohne-Oldiefahrer" benötigt., so ging`s mit offenem Verdeck frühmorgens vom Saarland aus durch`s Elsaß-Lothringen über Colmar, Mulhouse Richtung Grenze Frankreich/ Schweiz durch Basel–Süd Richtung Muttenz/Pratteln. Dort die erste Einfahrt in die Schweizer Bergwelt über hervorragend ausgebaute Land- und Nebenstraßen, wo sich zwischen herrlich grünen Wiesen und Feldern auf beiden Seiten langsam bereits einige Bergmassive im Hintergrund erblicken lassen. Über die Schweizer N2 am späten Nachmittag weiter über Olten, Zofingen nach Sursee, wo man entlang des Sempacher Sees, rechtsseitig an Luzern vorbei, weiterfährt. Hier geht`s bei Hergiswil vor Stanstadt über die N4 Richtung Sarnen, wo sich bereits die ersten höheren Bergspitzen beidseitig der toll ausgebauten Landstraße bis in Höhen von ca. 1900 m ü.M. fast greifen lassen.
Kurz vor Einbruch der Dämmerung der Entschluss, die erste Übernachtung da zu verbringen, um auch noch vor der Dunkelheit irgendwo hier im Berg eine Herberge zu ergattern. Dazu fahren wir vom Kleinstädtchen Sarnen aus in die Auffahrt zum Glaubenbergpaß nach Langis, wo im dortigen gleichnamigen Berghotel nach einem kurzen Aufenthalt auf der Passhöhe (1543 m) ein gemütliches Zimmer zur Übernachtung bezogen werden kann. Ein einfaches aber deftiges echtes Schweizer Abendessen und eine erste Übernachtung zu annehmbaren Preisen im toll gelegenen Berghotel Langis lässt gut für die Weiterfahrt am nächsten Morgen ausruhen.
Nach einem reichhaltigen Frühstück geht`s dann
frühmorgens die wolkenverhangene Passstraße hinunter wieder
nach Langis, von dort über die N4 Richtung Giswil, über den
Brünigpaß,
bei Meiringen auf die N6 Richtung Süden. Bei herrlich blauem Himmel
dann gegen Mittag über den Grimselpaß (2165 m),
wo von
der oberen Paßstraße mit bis zu 13% Steigung ein herrlicher
Ausblick auf den Grimselsee und auf das direkt an der Paßstraße
gelegene und gewagt auf den Fels gebaute Hospiz möglich ist. Ein erster
Ausblick von oben, der einem fast den Atem stocken läßt. Erste
kleinere Gletscher und schneebedeckte Nordhänge lassen bei äußerst
konzentrierter Paßfahrt und manchmal kleinen Seitenblicken den Puls
ansteigen. Hier muß man eine kurze Pause einlegen und die ersten
Fotos inmitten der gigantischen Bergspitzen schießen. Zwischen Löffelhorn,
Grünhorn, Aletschhorn und weiteren Bergriesen bis z.T. über
4000 m geht`s mittendurch durch`s Berner Oberland bis Brig über
die N19. Von dort in Richtung Simplonpaß, der auch ca. 10%
Steigung aufweist. Linksseitig ist der gigantische Monte Leone im
Hintergrund mit 3553 m zu sehen, und direkt an der Passstraße
das Breithorn mit 3366 m, das wie eine drohende Wand bei der Vorbeifahrt
fast angsteinflößend wirkt.
In einer tollen Abfahrt geht es durch die Gondoschlucht,
das Tal Val Divedro, dann Richtung Domodossola und Villadossola
in den italienischen Parco Nationale della Val Grande, auf der SS33
hinunter bis auf nur noch 200 m ü.M., dort durch Mergozzo nach
Verbania direkt an den Lago Maggiore. Welch Glück, den
großen See noch bei herrlichem Sonnenschein und etwa 25 Grad Wärme
am späten Nachmittag zu erreichen, der Blick über das herrliche
Gewässer, heimkehrende Fischerboote und überhaupt die gesamte
Atmosphäre hier, das ist etwas ganz Außergewöhnliches.

Bei einem guten italienischen Abendessen direkt am See
in einem gemütlichen Straßencafé, die letzen wärmenden
Sonnenstrahlen des Tages genießend, verstärken sich dann die
in den letzten Stunden erlebten Eindrücke der akrobatisch in die Felsen
gebauten und hautnah erlebten Alpenstraßen. Man freut sich über
das nette und anerkennende Winken der Einheimischen und oft deren ungläubiges
Staunen über die Leistungen unseres Oldtimer-Renault, den sie sicherlich
als Roadster-Cabrio noch nie gesehen hatten.
In einem gemütlichen Hotel ca. 10 km oberhalb Verbania
in Miazzina, von wo aus der Lago Maggiore noch in seiner
ganzen Pracht zu sehen ist, kann man zu vernünftigen Preisen übernachten.
Dach zu und Oldie mit einer kleinen Plane abgedeckt – unser Glück.
Ein unruhiger Schlaf verrät dann den Wetterumschwung. Der ganz große
Regen bricht über uns herein, so daß nach einem ausgiebigen
Frühstück nichts anderes übrig bleibt, bei prasselndem Niederschlag
möglichst wasserdicht zu packen und den Lago schnellstens zu verlassen.
Wer das einmal selbst erlebt hat, kann die "Flucht" erneut Richtung Bergwelt
gut verstehen. Während der Suche nach der richtigen Straße –
man kann die Hand vor den Augen kaum sehen – verschafft sich das von oben
in Sturzbächen kommende Naß an unserem Oldie an allen Kanten
und kleineren Öffnungen Einlaß. Nur noch eine
Frage der Zeit, so scheint es, und das Wasser fast wadenhoch auf der Straße
läßt uns nicht mehr weiterkommen.
Tatsächlich müssen wir eine volle Stunde unsere
Fahrt unterbrechen, bis dann der Himmel ein Einsehen hat und seine Schleusen
etwas zudreht. Richtung Bellinzona über die N13 verlassen wir
den Lago Maggiore und biegen über die N2 ab bis Biasca.
Von dort geht’s über eine Landstraße unterer Kategorie in die
Bergwelt Val Blenio und Valle Sta. Maria. Weiter noch
bei erträglichem Regen über den sich hochschraubenden Lukmanier-Paß
bis in Höhe von ca. 1900 m. Von der Paßhöhe kann man bei
nun aufklärendem Wetter von einem Hospiz aus über den darunter
liegenden Stausee Sta. Maria blicken.
Hier ist eine Wetterscheide, wo nun endlich die Sonne bei offenem Verdeck über ein weites Hochtal mit beiderseits vielen kleineren im Sommer verwaisten Ski-Gebieten wieder hervorschaut und einen hinunter bei ca. 10% Straßengefälle durchs Tal Val Medel, die Medelser Schlucht bis hinein nach Disentis-Mustèr, einem bekanntenKur- und Klosterstädtchenbegleitet.
Disentis hat sich in den letzten Jahren toll herausgeputzt
und zeigt mit Straßen-Cafè`s, schönen alpenländlichen
Häuserfassaden, engen Gassen und auch den typischen landwirtschaftlichen
Anwesen seine Wichtigkeit im Erhalt des alpenländischen Brauchtums.
Empfehlenswert ist das am Ortsrand fast versteckt im eigens angelegten
kleinen Forst befindliche Hotel Disentiser Hof, das mit vier Sternen
ausgezeichnet, bei trotzdem verhältnismäßig freundlichen
Preisen fast all das bietet, was das Herz auch des verwöhnten Urlaubers
begehrt. Nettes Personal, Zimmer aller Kategorien der besseren Ausstattung
mit dem jederzeitigen Blick weit in die Alpenlandschaft sind dort eine
Norm. Wer verwöhnt sein will, hat als Hotelgast bei normalen Preisen
ohne besondere Zuschläge die Möglichkeiten, Sauna, Solarium,
Massage, Tennis und viele weitere Annehmlichkeiten hier zu erleben. Selbst
ein eigenes großes Hallenschwimmbad mit über 30° C. warmem
Wasser, sprudelnden Düsen und großzügigen Ruhe- und Entspannungsmöglichkeiten
um den Beckenrand und selbst hinaus ins Grüne, lassen jedes Herz höherschlagen,
Die Hotelküche bietet viele internationale Spezialitäten und
auch jede Menge einheimische Gerichte zu passenden Preisen, wobei man schnell
bemerkt, daß ein Suchen nach anderen Speiselokalen in der Umgebung
kaum einen Sinn macht. Preis-Leistungsverhältnis stimmen hier im Hotel
Disentiser Hof.
Die Gegend um Disentis zwischen den Glarner
Alpen und den Adula Alpen lassen weitere Möglichkeiten zu,
die Bergwelt per Oldtimer zu erkunden. So kann man von hier aus Richtung
Gotthard-Bermassiv über den Oberalppaß fahren,
dessen Serpentinenstraße sich bei wechselndem auf und ab bis ca.
10% Steigung und Gefälle bis Andermatt windet. Tolle Ausblicke
ringsum auf die Dreitausender, atemberaubend die Windungen der Alpenstraßen
und vom Paß her ein unbeschreiblicher Blick auf das berühmte
Bergstädtchen Andermatt.
Neben der Paßstraße her schlängelt sich die Schweizer Bergbahn, oft mit Hilfe von Zahnradantrieb, meist voll besetzt mit begeisternd winkenden Fahrgästen, bis hinauf zu den höchstgelegenen Alpendörfchen.
Man kann auch über Andermatt in das Rhone-Gletschergebiet über den 2431 m hohen Furkapaß fahren, der ebenfalls mit seiner beeindruckenden Bergwelt so begeistern kann, daß man Steigungen und Gefälle von teils über 10% gar nicht so merkt. Begleitet wird man hierbei teilweise vom berühmten Glacier-Express, einer modernen Schweizer Bergbahn, die sich gewagt meist mit 4 – 6 Wagen und zwei Zugmaschinen an den Steilwänden vorbeiarbeitet.
Zurück geht die Fahrt wieder über den Furkapaß und Oberalppaß nach Disentis.
Wer dann noch nicht genug hat, kann vom Furkapaß aus über die N19 Richtung Süden bis Ulmchen fahren, von dort östlich abbiegen und den herrlich gelegenen Nufenen-Pass mit ebenfalls 10% Steigung überqueren, was jedoch eine zeitlich aufwendige Fahrt ist. Hier ist für den nicht so geübten Paß-Fahrer bei ganz schmaler Paßstraße die ganze Sache schon etwas mehr Abenteuer und bei feuchtem Wetter nicht ganz ungefährlich wegen der nicht gut befestigten Straßendecke. Jedoch wird man bei der Abfahrt ins Val Bedretto bis nach Airolo von der tollen Aussicht und dem Ausblick auf die kleinen Bergdörfchen Ronco, Bedretto, Osassco und Fontana voll entschädigt. Von Airolo aus bleibt einem dann nur noch die Rückfahrt oder aber die Überquerung des gewaltigen Gotthard-Massivs über die alte Gotthard-Paßstraße wieder nach Andermatt. Dabei sind mehrere enorme Steigungen und Gefälle bei haarnadelscharfen Kurven und Serpentinen zu bewältigen, jedoch bei gut befestigter und teils schön ausgebauter Paßstraße.
Über den Oberalppaß zurück durch Disentis Richtung Chur, jedoch nur bis Ilanz über die N19. In Ilanz geht`s ab in südlicher Richtung ins Schweizer Kleine Valsertal, das sich ca. 25 km in die Bergwelt der Adula Alpen schlängelt. Man fährt durch das mittlerweile durch seine Mineralquellen bekannt gewordene 1252 m hoch gelegene Städtchen Vals, wo sich eine Besichtigung der gut erhaltenen bis zu 400 Jahre alten Häuser im bäuerlichen Stil sicherlich lohnt.
Sogar eine Übernachtungsmöglichkeit im Zervreila-Haus
am gleichnamigen Stausee ist möglich, sofern man früh genug bestellt
hat. Dorthin gelangt man von Vals aus über einen holprigen
Höhenweg durch einen abenteuerlichen in den Fels gesprengten Tunnel
von ca. 1,5 km Länge, nur einspurig über Ampelsicherung zu befahren.
Man wird jedoch belohnt bei der Ausfahrt wieder ins Licht durch den sich
am Horizont mächtig vor einem erhebenden Berggipfel des 2900 m hohen
Zervreilahorns und den Massiven des Guraletschhorns, Flanellhorns,
Güferhorns und Rheinwaldhorns, z. T. über 3000 m hoch.

Auf der Zervreila-Hütte lohnt sich eine Vesper mit hausgemachtem Salami, Speck und Schinken. Oft treffen sich hier zufällig mehrere Oldie-Freaks zum kleinen Imbiss. Ein kühler Schluck Valser Bergwasser und zurück geht`s durch den gespenstigen Tunnel über Vals nach Ilanz, wo man wieder auf die N19 stößt und sich Richtung Chur orientiert.
Jedoch kurz vor Chur bei Reichenau sollte man auf die N13 abbiegen, diese jedoch bei Thusis in Richtung Albula-Tal verlassen und auf der N3 bis Tiefencastel weiterfahren. Von hier aus kann man St. Moritz anfahren, doch besser über eine viel schönere Strecke nach der Abfahrt Tiefencastel Richtung Albulapass gelangt man in eine Bergwelt, die von ihrer Schönheit her keine Wünsche mehr offen läßt. Dadurch verpaßt man zwar das berühmte St.Moritz, doch durch die tollen Paßfahrten auf der Albula-Paßstraße mit zeitweise bis zu 12% Steigungen bzw. Gefällstrecken kann sich der echte Autonarr seine Entschädigung abholen.
Bei Bever gelangt man nach dem Paß auf die N27, die sich im Höhenbereich zwischen 1400 und 1700 m zwischen den links und rechts hochragenden Dreitausendern wunderschön hindurchschlängelt und am Ofenpaß über eine rasante Serpentinenstraße mit 2149 m ihren höchsten Punkt erreicht. 10%ige Abfahrten Richtung Santa Maria von Münstai, einem 1375 m hoch gelegenen Kurort und die Einfahrt dort in den Umbrail-Paß sind unvergeßliche Fahrten zwischen wiederum mehreren Dreitausendern auf beiden Seiten, die bereits oftmals im Frühherbst in den Gipfelregionen fast alle mit weißen Hauben durch Neuschneee überzogen sind – ein herrlicher Anblick.
Der Umbrail-Paß sollte nur von äußerst erfahrenen und sicheren Piloten angegangen werden, da er sich von 1375 m Höhe über eine nur wenig befestigte Serpentinenstraße steil mit bis zu 12% Steigung nach oben windet, meist ohne Gegenverkehr zuzulassen. Die mit Geröll und regelmäßig im Herbst mit neuem Rollsplitt und Kies bedeckte Fahrspur läßt kaum Fahrfehler zu. Leitplanken oder sonstige Randbefestigungen der Fahrbahn fehlen fast gänzlich. Und doch hat der leidenschaftliche Autofahrer und speziell der Oldie-Freak an dieser supersteilen Auffahrt, meist im 1. Gang, seinen speziellen Spaß, wenn er ein geübter Paßfahrer mit gutem Nervenkostüm ist. Selbstverständlich ist es gerade hier wichtig, den Beifahrer mit ins Geschehen einzuspannen, um die Randbefestigungen auf seiner Seite im Auge zu behalten.
Am Ende des Umbrailpasses bei 2501 m passiert man die Zollgrenzstationen vom Schweizerischen ins Italienische und erkennt dann auf einem Schild, daß es noch bis auf 2757 m steil nach oben geht, wobei man auf das letzte Straßenstück zum Stilfser Joch gerät.
Wer den Umbrail wegen seiner Schwierigkeiten umfahren möchte, fährt vom Ofenpaß aus weiter über Santa Maria, über Müstair, Schluderns nach Sponding. Von dort aus kann er von der italienischen Seite her zum Stilfser Joch über die toll ausgebaute Paßstraße fahren, die, will man ins weiter südliche Italien gelangen, über eine ebenso schöne Paß-Abfahrt nach Bormio und Tirano als SS38 weiterführt.
Hier kann man weitere kleinere und fast immer befahrbare Pässe wählen, z. B. von Bormio aus durch die berühmten italienischen Skigebiete über eine Nebenstraße zum Gavia-Paß, der jedoch wegen seiner vielen abgebrochenen Wegestücke und kaum befestigter Straße dem Unkundigen nicht empfohlen werden kann. Es schließt sich dort im Osten die SS42 an, die über den Tonale-Paß bei 1900 m auch wieder Steigungen von 10% aufweist.
Meist wählt der kundige Alpenfahrer jedoch den vorher beschriebenen Weg über den Umbrail zum Stilfser Joch. Das sich dort auf der Paßhöhe bietende Bild, vor allem bei gutem Wetter mit toller Fernsicht, wird unvergessen bleiben. Die Ortler-Gruppe mit Gipfeln meist zwischen 3400 und 3900 m mit der Ortler-Spitze, 3905 m hoch, besitzt herrliche Skigebiete, die mit Liften von den Bergstationen rund um die Stilfser Joch-Paßhöhe zu erreichen sind.
Die Abfahrt vom Stilfser Joch, am besten wegen der engen Seerpentinen noch in den frühen Nachmittag zu legen, ist eine wichtige Empfehlung. In den letzten beiden Jahren ist hier ein verstärktes Rad- und Bikerrennen ins Tal festzustellen, wobei der Autofahrer oftmals von den links und rechts überholenden Zweirädern regelrecht erschrocken wird.
Unten im Tal gelangt man nach Sponding, wo der herrliche Vinschgau beginnt, der sich über Schlanders und Naturns fortsetzt und bis nach Meran hinzieht. Wer noch eine herrliche Höhenstraße in diesem weltberühmten Apfelanbaugebiet fahren will, kann hier von Naturns in das sich nach Norden schlängelnde Schnalstal bei bis zu 13% und auch am Ende 15% Steigung hineinfahren, vorbei am Vernagt-Stausee bis Kurzras. Dort ist Straßenende und ein weiteres Fortkommen nach oben in die Gipfelregionen nur noch mittels Kabinenbahn in die Similaun-Skigebiete möglich.
Doch meist wird das Tal wegen dem enormen Zeitaufwand und dem sehr starken Bus-Ausflugsverkehr übergangen und man fährt weiter über Meran, bei Bozen über die Landstraße 12 bis Brixen, wo man auf die B49 Richtung Bruneck über Dobiaco oder Toblach nach Österreich hineinfährt bis Lienz.
Eine weitere Möglichkeit, noch mehrere schöne italienische Alpenpässe zu überfahren, hat man, wenn man vorher von Meran kommend über Bozen noch etwa 20 km bis Abzweigung Auer fährt und sich dort auf die N48 Richtung Cavalese und Predazzo begibt. Dort ist die Einfahrt in die große Dolomitenstraße über Cortina d`Ampezzo Richtung Toblach möglich. Der Umweg dürfte etwa 100 km betragen, lohnt jedoch nur, wenn man sich dort am frühen Morgen bei noch wenig Straßenverkehr auf die Fahrt macht.
Lienz in Österreich ist ein Zwischenziel. Von dort geht es über die N108 durch den 5200 m langen Maut-pflichtigen Felbertauern-Tunnel, und weiter über die herrlich gelegene Felbertauern-Straße nach Mittersill auf die N161 und über den Paß Thurn, weiter über Kitzbühel, St. Johann nach Kirchdorf/Gasteig unmittelbar am Fuße des Wilden Kaiser im Kaisergebirge. Im kleinen Kirchdorfer Vorörtchen Gasteig lohnt es sich, in der Pension Hautz bei Martin, einem bekannten Bergführer und Skilehrer, und bei seiner Frau Brigitte einzukehren und eventuell ein Nachtasyl zu nehmen. Beide sind immer erfreut, Saarländer als Gäste aufnehmen zu können. Hier am Fuße des Kaisers bieten sich auch für Oldie-Freaks viele herrliche Ausfahrten und auch Bergfahrten an. Rund um die Oldie-verrückten Städtchen Kitzbühel,St. Johann und Kufstein lohnt es immer, einmal kleine Nebenstraßen zu Bergfahrten zu entdecken, wo man in den Höhenregionen garantiert fast immer eine bewirtschaftete Alm mit dem Fahrzeug für eine kurze Rast erreichen kann.
In Gasteig in der wunderschön zwischen den
Bergen gelegenen Pension Hautz wird auch Durchreisenden Nachtquartier
geboten, sofern die Zimmer nicht alle belegt sind. Sauna, Solarium, Kaminzimmer
am Abend und noch viele weitere Annehmlichkeiten können dem "Vielfahrer"
hier den Tag so richtig ausklingen lassen. Halbpension mit mehreren Gängen
am Abend, ein reichhaltiges Frühstücksbüffet, und das alles
vom Allerfeinsten, hausgemacht und von der Chefin selbst zubereitet, das
alles lohnt, hier vielleicht auch ein paar Tage mehr Urlaub zu machen.
Die gepflegte stilechte Alpenpension mit sehr viel Holz, schönen über
die rundum reichenden Balkone heruntergezogenen Dächern und sehr gemütlichen
und sauberen Zimmer mit echten Holzmöbeln und auch zwei kleinen Suiten
mit allem Drum und Dran, bietet Erholungssuchenden sehr sehr viel. Für
nicht allzuviel Geld wird hier jedermann wirklich ganz viel geboten.

Eine Oldie-Ausfahrt von Kirchdorf/Gasteig bis Griesenau und eine Fahrt über die Mautstraße ins Kaiserbachtal hinauf mit über 11% Steigung bis zur Griesener Alm zu einem recht schön angelegten großen Parkplatz am Ende der Mautstraße wird mit einem herrlichen Panoramablick belohnt. Direkt rundum vor einem erheben sich die Steilwände des Wilden Kaiser, fast zum Greifen nahe. Gut angelegte Höhenwege, Pfade und gekennzeichnete Bergwanderwege, teilweise auch Aufstiege mittleren und schwereren Grades und gar Kletterpartien im Wilden Kaiser bieten eigentlich hier von der schön gelegenen Fischbachalm oder der Griesener Alm ausgehend, all das, was das Herz eines Liebhabers der Berge begehrt. Kleine einheimische Imbisse bis zum Menü sind auf den ganzjährig bewirtschafteten Almen auch selbstverständlich. Wenn der Oldie-Fahrer hier jeweils am Ende der Bergstraßen ankommt, um die herrliche Landschaft zu genießen oder eine kleine Rast zu machen, wird sein seltenes Fahrzeug, dem kaum jemand diese Leistungen zutraut, gleich von vielen Schaulustigen umringt und bestaunt. Freundlichkeit schlägt einem überall entgegen und oftmals ist man überrascht, mit einem bei uns oft beschimpften so genannten "Stinker" gerade hier in den Bergen in der Natur so viel Beifall und Zustimmung zu erhaschen.
Nach ausgiebigen Bergfahrten im Kaisergebirge neigt sich die Oldie-Tour langsam dem Ende entgegen. Wer jetzt auf dem Heimweg die Autobahn immer noch meiden möchte, fährt frühmorgens über St.Johann Richtung Wörgel nach Innsbruck, von dort nach Telfs und über die Bundesstraße 189, dann 314 über den Fernpass und bei Reutte über die Grenze nach Deutschland zurück. Über Füssen, Pfronten, Kempten wird das Allgäu noch durchfahren und die letzten Berge verschwinden hinter einem. Memmingen ist ein Punkt, wo man fast mit Sicherheit dann die Autobahn Richtung Ulm, Pforzheim, Karlsruhe, dort die B10 Richtung Saarland wählt, einfach, um die zeitraubenden französischen Straßen nun zu meiden.
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