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RENAULT Club
HOLLYWOOD e.V.
1. RENAULT CLUB SAARLAND
Heiligenwald - unsere Heimat - Ursprung und
Namensherkunft

,
wenn man so will, im Herzen des Saarlandes gelegen, ein Ortsteil der
Großgemeinde Schiffweiler im Kreis Neunkirchen-Saar, das ist unsere Heimat, auf
die wir "Helljewalder" oder die aus "Hollywood" ganz stolz sind. Denn Historie
und Legendenbildung - oftmals weit voneinander entfernt, zeugen von einer
lebendigen Geschichte dieses kleinen Ortes, der aber viel Geschichte vorzuweisen
hat, und der weit über die Grenzen des Landes mittlerweile Beachtung findet. Und
dies um so überraschender als kleiner Ortsteil einer heute ca. 19.000 Bürger
zählenden Gemeinde Schiffweiler, die sich aus den Ortsteilen Schiffweiler,
Landsweiler-Reden, Heiligenwald und Stennweiler zusammensetzt. Um die Entstehung
des Namens Heiligenwald einmal etwas deutlicher werden zu lassen, entleihen wir
die nachstehenden Passagen mit freundlicher Genehmigung einem 124-seitigen Buch
Heiligenwald mein Heimatdorf des verehrten Dr. Horst Wilhelm, der
mehrere heimatkundliche Publikationen herausgebracht hat, die inzwischen sehr
viel Beachtung ob ihrer tiefgehenden und genauen Recherchen über seine Heimat
gefunden haben.
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So schreibt Dr. Horst Wilhelm u.a. über die Namensgebung von
Heiligenwald in seinem Buch Heiligenwald mein Heimatdorf:
**Wie aus einem Hangwald ein heiliger Wald wurde
Frühe Chronisten unseres Dorfes glaubten als Erklärung für die Entstehung
des Namens Heiligenwald an einen alten, frommen Einsiedler, der in einer
Holzhütte gelebt und kranken und hilfsbedürftigen Menschen der Umgebung mit
gutem Rat und heilsamer Tat beigestanden und dabei manches "Wunder" vollbracht
haben soll. Der Wald sei daher von den Bewohnern der umliegenden Ortschaften als
"Heiliger Wald" bezeichnet worden. Historiker sehen diese Geschichte als
Erfindung an, die zur Legendenbildung geführt habe. Es gibt keinen Hinweis auf
einen solchen wundertätigen Einsiedler, und bisher fanden sich auch keinerlei
urkundliche Belege, die die Existenz eines solchen Mannes nachgewiesen hätten.
Sprachforscher sehen zudem die Rückführung des Ortsnamens auf das Adjektiv
"heilig" als nicht zwingend an. Im örtlichen Dialekt wird der Ort als
"Helljewald" bezeichnet. "Hellje" hat aber keinerlei mundartlichen Bezug zu
"heilig", ein Begriff, für den keine Dialektform existiert.
Viel plausibler scheint die Herleitung aus dem Wort Halde. Eine Halde ist
ein "mit Gebüsch bewachsener, sanft ansteigender Berghang" (Rheinisches
Wörterbuch), der natürlich oder aufgeschüttet durch Menschenhand entstanden ist.
Die seit dem Kohleabbau gewachsenen Schlackenhalden werden hierzulande
Bergehalde (Bäajehall) genannt. Eine kleine Halde heißt entsprechend "Hällje",
so wie ein kleiner Ball als Bällje bezeichnet wird (im frühen Schriftdeutsch
wahrscheinlich als Hälge bzw. Bällge geschrieben), und wie aus Bub, ein Bübgen
und schließlich ein Bübchen und aus Magd ein Mägdgen und ein Mädchen wurde. So
findet sich in den Flurnamen die Bezeichnungen "Großer und Kleiner Helgenwald",
also ein Wald auf einem großen und ein Wald auf einem kleinen Hang. Im Verlaufe
der mundartlichen Anpassung an die Schriftsprache entstand fälschlicherweise aus
Helgen- (oder Hällje-)wald die heutige Bezeichnung "Heiligenwald", was den
früheren Chronisten bei ihrer Mythenbildung entgegenkam. Der Name Heiligenwald
ist also als ein Walddorf auf einem kleinen mit Gebüsch bewachsenen Berghang zu
deuten. Er hat nichts mit einem "heiligen Wald" zu tun. Übrigens wurde die
Bezeichnung "Kleiner und Großer Helgenwald" als Flurbezeichnung erstmals im
Jahre 1733 urkundlich erwähnt. Da in jenen Jahren Köhler, Korbmacher,
Besenbinder und möglicherweise auch übertägige Kohlenschürfer sich hier
aufgehalten haben, kann das Gründungsdatum unseres Dorfes etwa auf die Jahre
zwischen 1730 und 1740 datiert werden.
Nachtrag: Die scherzhafte Gleichsetzung mit dem Namen der
berühmten Filmstadt Hollywood in Kalifornien/USA ist schon wegen der falschen
Übersetzung von Holly (holly tree = Pappelbaum) als "heilig" (holy) ebenfalls
nicht haltbar: Eine mögliche Parallele ist allerdings in der Tatsache zu sehen,
dass der Dorfbaum von Heiligenwald seit eh und je die Pappel war, was auf die
stark wasserführenden Schichten zwischen dem Kallenberg im Westen und der Lang
Gewann im Osten bis hin zum Kohlengrubgraben zurückzuführen ist.**
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Die Rußhütte als
Keimzelle von Heiligenwald Mitte des 18. Jahrhunderts, später die Kohlengruben
um den Rußhütter Wald, dann vor allem die Grube Itzenplitz mit ihrer bis heute
erhaltenen Schachtanlage und dem Itzenplitzer Weiher als Wasserspender für die
Grubenanlagen, prägten viele Jahrzehnte das Erwerbsleben um und in Heiligenwald.
Heute klingen viele Namen und Bezeichnungen, die damals geprägt wurden, etwas
ungewöhnlich. Und doch lässt sich fast immer wieder ein Bezug zu den Gründern
Heiligenwalds und ihren Tätigkeiten finden. Heute tauchen noch immer einige
Namen auf, mit denen die echten Heiligenwalder oder Helljewalder mit Sicherheit
etwas anfangen können und um die sich viele interessante Geschichten reihen. Die
so genannten "Helljewalder Neubürger" sollten sich wirklich mal mit der wahren
Geschichte Heiligenwalds befassen. Zu viel wurde hier gedichtet und an Sagen und
Erklärungen gefunden und verbreitet, das in Wirklichkeit mit Heiligenwald nichts
oder wenig zu tun hat. Frühere Chronisten glaubten Überliefertes, gaben es
weiter bzw. hielten es in Dokumentationen fest. Heimatliche Publikationen von
Dr. Horst Wilhelm kommen hier der wahren Geschichte um Heiligenwald viel näher.
Die heute noch gut erhaltene Schachtanlage der ehemaligen Grube Itzenplitz gehört auch zu den Wahrzeichen von Heiligenwald.
Wer sich hier einmal so richtig informieren will,
kommt an den folgenden Publikationen nicht vorbei: Die Schule im Dorf
(66 Seiten mit 15 Abbildungen)
Heiligenwald in alten Ansichten, Band 1,2 und 3,
Die Region Neunkirchen im Luftkrieg 1939-1945, Teil 1 und Teil 2.
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Gestaltung der Seite: Webmaster RC Hollywood e.V. WH
Text- Passagen entnommen aus
Heiligenwald mein Heimatdorf
mit freundlicher Genehmigung des Autors Dr. Horst Wilhelm.
2 Fotos: Landkreis Neunkirchen, Wappen: Bernhard Kartes
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