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RENAULT Club HOLLYWOOD e.V.

   1. RENAULT CLUB SAARLAND


Geschichte des "SunCar Kamouh" International France

-Jetzt läuft er sogar mit echten Chrom-Speichenrädern und einer Edelstahl-Auspuffanlage ist damit endlich komplett-

(ältere Daten und Fakten aus französischer Betriebserlaubnis, Prospekten und französischen Presseberichten recherchiert)

Es tourt nur noch einer überhaupt von ehemals 150 in Handarbeit gebauten Exemplaren des RENAULT SunCar Kamouh International France, eben ein echter Kamouh, soweit die bis heute andauernden Recherchen ergeben haben. Mittlerweile sind über Europa verstreut,
einige "Ableger" mit der Bezeichnung SunCar Arpége aufgetaucht, die fast,  jedoch nicht genau identisch,  gebaut wurden. Und der echte Kamouh bleibt in der Sippe HAUTZ in Heiligenwald und wird nicht mehr den Besitzer wechseln, bis er vielleicht eines Tages das  RENAULT Museum in Paris als so genannter Exote und Renault-Rarität bereichern könnte. Rarität deshalb, da es kein kompletter reinrassiger RENAULT ist, der direkt im Renault-Werk gebaut wurde, der aber von RENAULT die Lizenz erhielt, überhaupt in dieser Art mit "RENAULT Innereien" gebaut zu werden.  Der jetzige Besitzer, der Saarländer  Werner Hautz,  ist stolz darauf, diesen exotischen Roadster sein eigen nennen zu dürfen und hat sich vorgenommen,  das Fahrzeug eines Tages zu einem "RENAULT Freundschaftspreis" ans dortige Museum oder gar an den Konstrukteur selbst für Ausstellungszwecke zu übergeben.
 Zur Geschichte des skurrilen Roadsters gibt es ziemlich genaue und eindeutige Unterlagen, die der Besitzer als Originale natürlich nicht aus den Händen gibt. So existieren bei ihm neben originalen Farbprospekten auch diverse Presseberichte aus Frankreich, die über Entstehung des Autos und seiner kleinen Fabrik im französischen Zentralmassiv in Clermont-Ferrand dokumentieren.

Es war ein glücklicher Zufall, dass ein aus der französischen Heimat des Fahrzeugs stammender junger Mann sich hier im Saarland niederließ und eine Familie gründete. Er war Kenner der Szene um den SunCar und seiner Fabrik in Clermont-Ferrand und war mit maßgeblichen Leuten dort befreundet.

1985 wurde der SunCar von ihm persönlich als Einzelstück aus Frankreich ins Saarland gebracht und musste allerhand Hürden nehmen, um überhaupt einen Antrag auf die deutsche Zulassung zu erhalten. So mussten zusätzliche  Dokumente aus Frankreich besorgt werden, ja sogar eine Bescheinigung und ein Gutachten über die Unbrennbarkeit der aus "Sterplast" bestehenden Karosserie, was heute einfach "Polyester" oder auch "GFK" genannt wird. Die kompletten Räder mussten gegen andere ausgetauscht werden, das schöne originale Holzlenkrad passte dem saarländischen TÜV nicht. Weiter mussten Änderungen am Fahrwerk bezüglich der Bodenfreiheit gemacht werden, die Stoßstangen haben Änderungen erfahren und viele weitere Kleinigkeiten kamen noch dazu. Letztendlich versagte der saarländische TÜV nach vielen Monaten immer noch die Zulassung. Weitere, kaum noch machbare Änderungen an Fahrwerk, Cabrio-Verdeck, Heckscheibe und auch am Unterboden wollten die saarländischen TÜV-Ingenieure damals noch haben.

Doch der  Besitzer wollte sich der fast schon "Willkür" der Saar-TÜV-Leute nicht beugen, war es leid und fuhr mit seinem Auto in die Pfalz, wo er sich eine gerechtere technische Beurteilung erhoffte. Gleich hatten die dortigen Prüfer beim ersten Begutachten schnell erkannt, welch ein Juwel hier in diesem Exoten steckte. Die damalige "Prüfstelle 5 für den Kraftfahrzeugverkehr Pfalz" (TÜV Pfalz) in Ludwigshafen , erstellte unter der Prüf-Nummer 1435700 ohne weitere besondere Auflagen mit Datum 30.05.85 die Betriebserlaubnis für Deutschland. Nach ihrer Aussage war das zwar exotische aber doch wunderschöne Auto technisch 100%ig in Ordnung und entsprach den hiesigen Anforderungen.

Und so konnte der SunCar Kamouh, die Einzelanfertigung Nr. 121 (von insgesamt 150) ab diesem Zeitpunkt auch mit deutscher Zulassung rollen. Warum das alles in Deutschland zunächst so schwierig war, konnten die damaligen Besitzer überhaupt nicht verstehen. Denn die kleine Fabrik im französischen Clermont-Ferrand hatte doch vor Produktionsbeginn und bei der Planung der in Handarbeit herzustellenden Fahrzeuge auch die technischen Erfordernisse für eventuelle Auslieferung dieser Autos nach Deutschland berücksichtigt. Beim Bau der SunCar`s wurden diese Vorschriften sämtlich beachtet, wie sogar die französische Presse in einer Dokumentation damals schrieb.
Seit 1985 läuft Kamouh`s SunCar nun im Saarland und hat erst den 2.Besitzer, denn dem 1. Besitzer war das Fahrzeug als reiner Zweisitzer für seine Zwecke zu klein geworden war. So kam der jetzige Besitzer 1995 an diese Rarität. Das von seiner Konstruktion her etwas empfindliche und sensibele Auto war zwar mit nur 30.000 gelaufenen KM nicht mehr gerade in neuwertigem Zustand, und doch bezahlte der jetzige Besitzer immer noch einen Batzen Geld dafür; er wollte es einfach haben. Ehemals kostete der SunCar laut Angaben im Prospekt umgerechnet 28.000,- DM (ca. 14.300 €) als Neufahrzeug. Heute würde man ihn für diesen Preis lange nicht mehr bekommen. Und sein Wert steigt ständig, da dieses Fahrzeug noch das einzige weitestgehend originale aus der kleinen Produktion von Kamouh ist, das heute als "Alltagsauto" zugelassen auf unseren Straßen läuft und zudem im Laufe der Jahre vom Besitzer noch verfeinert, verbessert und kräftig getunt wurde.

Werner Hautz, der jetzige Besitzer, lässt kaum einen Tag vergehen, an dem er nicht an seinem  kostbaren Roadster werkelt.

Werner Hautz  hatte schon früher immer bei Inspektionen und kleineren Reparaturen in der heimischen RENAULT-Werkstatt mehr als ein Auge auf das Fahrzeug geworfen und gewusst, dass der Roadster von der Technik her ein RENAULT Herz hat. Denn Motor, Getriebe, Frontantrieb komplett und auch das ursprüngliche Chassis, allerdings um ein gutes Stück verlängert, stammen aus der Produktion von RENAULT. Heute sieht der Fachmann dies unverkennbar und viele Einzelheiten deuten darauf hin, dass die Technik aus der damaligen Entwicklung der ersten RENAULT 5-Serie übernommen und hier verwandt wurde. Zunächst ausgestattet mit einem 64 PS starken 1,3-Liter RENAULT Motor mit Frontantrieb und gut ausgelegtem 4-Gang-Getriebe war das Schönwetterfahrzeug mit geschlossenem Verdeck 140 bis 150 km/h schnell und ist aufgrund seines niedrigen Schwerpunktes und seines überlangen Radstandes ein echtes Kurvenfahrzeug, das sich so richtig eigentlich auf den Serpentinenstraßen der Alpen scharf fahren lässt. Seit März 2000 ist der Roadster sogar mit einem flotten, zwar über 25 Jahre alten, aber völlig neu aufgebauten  hochtourigen RENAULT  Alpine-Aggregat und dem dazugehörenden 5-Gang-Getriebe unterwegs und kann fast 200 km/h schnell werden.
Die aufwendigen Umbauarbeiten und auch der finanzielle Einsatz für den neuen Antrieb haben sich gelohnt, da nun das Fahrzeug erst richtig seinem Fahrwerk und seiner Straßenlage entsprechend gefahren werden kann und selbstverständlich auch wertmäßig weiter enorm zugelegt hat. Bei dieser notwendigen Umbauangelegenheit muss man halt ein Auge bezüglich Originalteile zudrücken. Aber der Roadster war schon von seinem Konstrukteur für einen stärkeren Motor vorgesehen, doch damals in der Planungsphase hat es dieses heiße Aggregat von RENAULT natürlich so noch nicht gegeben.

  Der SunCar wurde bis 1987 in Handarbeit in den Versionen Roadster-Cabriolet, als Kombi und als zweisitzige geschlossene Limousine gebaut, wie bereits erwähnt, insgesamt 150 Stück. Fast alle gingen damals direkt in die vorderen arabischen Länder und den Libanon. Dies deshalb, da der spleenige libanesische Kaufmann und Millionär Kamouh seinen Landsleuten versprochen hatte, ein eigenes Auto zu entwerfen und zu produzieren. Im französischen Konstrukteur Michel Casas, der die Idee begeistert aufnahm, hatte er einen vorzüglichen Partner. Man gründete damals die Kamouh International France und übernahm in der Industriezone von Clermont-Ferrand in Frankreich eine Konstruktionshalle. Auf 1400 qm Montagefläche musste man zuerst Formen und Pressen für die Gestaltung der "Kunststoffkarosse" im Stil der 30er Jahre bauen, bevor die langsame und aufwendige Handarbeit begann. Bugatti und Morgan, einen kleinen Tatsch dieser weltberühmten Formen wollten Kamouh und Casas übernehmen, und man sieht's, als Roadster ist es ihnen gelungen. Das Ersatzrad außen am Heck stehend angeschraubt, große geschwungene Vorderkotflügel und viel, viel Chrom begeistern auch heute noch überall die Zuschauer, wenn der Besitzer bei Ausstellungen, Rundfahrten oder gar einer Rallye unterwegs ist, was natürlich heute noch der eigentliche Zweck dieses alten und jetzt noch einmaligen Roadsters ist. Von März bis Ende Oktober jeden Jahres ist er an vielen Wochenenden mit seinem SunCar Nr. 121 mit dem amtlichen Kennzeichen "NK-CA 121" und den Saisonmonatszahlen  03 - 10" zu irgendeiner dieser Veranstaltungen in Deutschland und den Nachbarländern innerhalb Europas und vor allen Dingen in den gesamten Alpen unterwegs, und man sieht ihn gerne überall, da das Fahrzeug natürlich in dem jetzigen Zustand, wie es der neue Besitzer in ca. jetzt 3600 Arbeitsstunden möglichst original hergerichtet und dann ein wenig modifiziert hat, schon ein großer optischer Anziehungspunkt ist. Oft schon hat der stolze Besitzer einen Preis für das "schönste Fahrzeug der Veranstaltung"  erhalten. Für  Werner Hautz ist es immer wieder eine Bestätigung für seine Arbeit, die oft stundenlanges filigranes Werkeln und gute Mechanikerkenntnisse verlangt, um Defekte zunächst einmal zu erkennen, wieder zu beseitigen und den guten Zustand zu erhalten. Oftmals, ja fast immer, sind bei Arbeiten an der Karosserie, am empfindlichen bereits in Handarbeit von einem Spezialisten erneuerten Cabrio-Verdeck, an der komplett selbst gefertigten Edelstahl-Auspuffanlage usw., Talente im Improvisieren gefragt. Der jetzige Besitzer hatte das Glück, in einer Familie rund um einen KFZ-Betrieb groß geworden zu sein, hat auch heute noch fast täglich weiter damit zu tun. So macht es ihm eigentlich Spaß, regelmäßig selbst an seinem Exoten zu werkeln, und man sieht`s, der SunCar Kamouh ist ständig in einem Top-Zustand, die Chromteile blinken wie neu und der heiße Motor und die gesamte Technik funktionieren wie ein Uhrwerk. TÜV-Probleme gab´s seither nie mehr. Die Prüfer wissen, dass es eine Leidenschaft des Eigentümers ist, den SunCar immer technisch o.k. zu haben.

Die echten Chrom-Speichenräder fehlten noch. Aber hier zeichnete  sich im Januar 2001 doch endlich ein Erfolg ab. Jahrelange Bemühungen, diese Räder passend zu finden, gelang in ganz Europa zunächst nicht. Die englischen Speichenfelgen   haben eigene Befestigungen, die nur schwer umzuändern waren. Doch es blieb letztendlich  nichts anderes übrig, als hier wieder ca. 60 Arbeitsstunden für Anpassungen und Änderungen der Naben zu investieren. So taten es dann auch die in indischer Handarbeit von dort gelieferten Chrom-Speichenräder, die übrigens aus einer erstklassigen Fertigung (handmade) kommen und an vielen englischen Oldtimern verbaut werden..  Nach erfolgtem Umbau der Befestigungen steht er nun da, als wäre er nie ohne diese spektakulären Chromräder gefahren. Eine der Leistung entsprechende Auspuffanlage musste noch eingebaut werden, vom Zylinderkopf an inklusive Eigenbau-Fächerkrümmer bis zum Endtopf mit 4 x 80mm Endrohren, alles aus bestem Edelstahl, hervorragend verschweißt und so angepasst, dass es auch Spaß macht, mal unters Auto zu schauen. - Nochmals 1 Woche Handarbeit.

  Nun endlich ist er so gut wie perfekt, der "Oldie" im Stil der 30er Jahre,  und wartet jedes Mal, bis es 1. März wird und er die erste Ausfahrt des Jahres machen kann. Ins Museum kommt er noch lange nicht, denn was er jetzt zu leisten vermag, und wie er jetzt da steht, lädt er zum täglichen herumtouren ein und wird auch voll als Alltagsauto von März bis Ende Oktober genutzt.
Der Besitzer freut sich natürlich immer darauf, die entsprechenden Treffen und Schau`s  zu besuchen und hofft, wie bereits in den Jahren zuvor, noch viele Pokale und Preise mit dem tollen Ding heimzufahren. Auch im   RENAULT CLUB HOLLYWOOD e.V. - 1. RENAULT CLUB SAARLAND,  ist dieser Roadster wegen seiner Einmaligkeit ein tolles Schaustück und zieht immer wieder Autofans als Bewunderer an.
 

Technische Daten:

Personenkraftwagen, offen; - Sitzplätze: 2 - Hersteller: Kamouh International France - Lizenz RENAULT - Typ und Ausführung: Roadster 80101 Fahrgestellnummer: VF980101852880121 - Antrieb: Ottomotor – 4-Zyl. - Höchstgeschwindigkeit: 196 km/h -
Leistung: 93 PS/ 6500 U.min - Hubraum:1394 ccm (seit Anfang 2001 Leistungssteigerung ca. 130 PS bei 7000 U.min)
Masse-mm: Länge 4150 - Breite: 1500 - Höhe 1400 - Leergewicht: 815 kg - zul. Ges.-Gew.: 1040 kg
Bauzeit: 1972 - 1987 Tag der 1. Zul. nach Überführung in Deutschland : 31.05.1985

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